Freitag, 29. Mai 2015

Genderkäckerchen


Kennt ihr diesen Spruch?
"Wird dein Sohn nicht schwul, wenn er mit Puppen spielt?"
Ich persönlich habe ihn noch nie direkt gehört. Nur indirekt. Dafür gibt es aber diesen wunderbaren Konter: "Wird dein Kind nicht dumm, wenn es dich reden hört?"
Hört, hört! So siehts aus.
Ich habe schon des öfteren mit Freunden und Bekannten darüber diskutiert. Interessanter Weise implizieren die meisten dann doch die Homophobie hinein. Als Antwort kommt dann gern: "Und wenn schon, wäre doch nicht schlimm, wenn das KInd schwul wird."
Ich denke mir dann aber immer: "Moment mal, hier geht es doch um Genderkäckerchen!"

Was ist eigentlich Genderkäckerchen, auch geschlechtszuweisender Farb-Outfit-Optik-Charakter-Kot genannt, für nen Ding?
Ein Unding ist das! Wirklich. Ganz wahr und ehrlich.
Das fängt doch schon im Mutterleib an. 
"Was wird es denn?" Ähm ein Kind, hoffe ich doch? Könnte aber auch ein Zebra werden. Wer weiß das schon? Aber definitv ein Säugetierchen.

Nichts für Ungut, man meint es ja nicht böse. Doch das böse Erwachen auf dem geschlechtsneutralem Traum gibt es dann spätestens beim Nestbauttriebshopping.
Babykleidung? Bettwäsche? Kinderwagen? Nuckel? Spucktücher?
Alles fein säuberlich in blau - rosa genormt.
Prima! Nicht nur, dass Mutters Geschmack total ignoriert wird, so wird auch das Genderkäckerchen geschürt. Da denkt man, wir leben in einer aufgeklärten Welt, in der Frauen eine Wahlfreiheit haben und Männer kochen können (uralt Klischee, ich weiß) und trotzdem gibt es nur schwarz und weiß. 

Wenn man dann noch im Fachgeschäft des Unvertrauens etwas bestimmtes sucht, wird als erstes gefragt: "Für ein Mädchen oder für einen Jungen?"
Ähm, für ein Kind? Das wär nett. So vielleicht in grün oder gelb oder bunt! Das wär was.
"Näää, sowat hamm wa nich. Da müssen se schon selbst wat nähn."
Aha, gut zu wissen.
"Außerdem mag doch jedes Mädchen ne Prinzössin sein, mit rosa und Glitza und so. Jungs machen sich immer so dolle dräckisch, darum jibts da nur dunkle Sachen."
Soso, wieder was gelernt.
Mädchen sitzen alle süßdümmlich rum und lieber Glitzaaaaa und rosa und Glücksbärchis und Stinkiminki-Kätzchen.
Jungs dagegen sind Raufbolde, die suhlen sich im Dreck, essen mit den Händen und zeigen den Glücksbärchis was ein ordentlicher Pupsbärchi ist.


Mädchen sollten zwar mit Puppen und Kuscheltieren spielen, dürfen aber notgedrungen auch mit Autos spielen. Jungs dürfen mit Autos und Baggern spielen, aber nicht mit Puppen?
Mir tun die Jungs mittlerweile echt leid. Was bei Mädchen nicht gern gesehen ist, wird den Jungs strikt verboten.
"Das ist aber was für Määäädschn! Mit sowas spielt ein richtiger Kerl nicht! Du willst doch mal ein richtiger Mann werden! Hab dich nicht so, du Memme! Ein Indianer kennt keinen Schmerz!" usw...
Da interessiert es auch nicht, dass früher Rosa die Farbe der Jungen war. Das kleine Rot wurde es genannt.
Doch wer bestimmt eigentlich welche Farbe welchem Geschlecht zugeordnet wird? Ich dachte immer Farbgeschmack sei individuell.
Natürlich kann ich auch nicht leugnen, dass es gewisse Eigenschaften gibt, die geschlechtspezifisch häufiger vorkommen und somit eher einzuordnen sind. Jedoch sollte dies nicht der Status Quo des Genderkäckerchens sein.

Wer erinnert sich noch an die Kelly Family? Ich oute mich mal als großer Fan. Paddy ist bestimmt nicht ganz unschuldig, dass ich mich von langhaarigen Männern stark angezogen fühle und mir solch einen auch gekrallt habe.
Lange Haare empfinde ich als besonders männlich. Das ist aber Geschmackssache. Interessanter Weise müssen Jungs aber kurze Haare tragen, um überhaupt als Junge wahrgenommen zu werden, unabhängig des genderkäckerpassenden Outfits. Mädchen sollten zwar lange Haare haben, werden aber scheinbar auch mit etwas kürzeren Haaren als diese wahrgenommen, wenn sie "passend" gekleidet sind.
Kommen wir aber zum Kurzhaarschnitt zurück. Im Alter verlieren viele Männer leider ihre Haare und wünschen sich eine volle Haarpracht. Irgendwie kontrovers. Erst werden sie wie Schafe geschoren (määääh) und im Alter würden sie gern Rapunzel spielen.

Wir merken uns also: Jungs müssen kurze Haare haben, dürfen nur dunkle Sachen anziehen, nur Jeans tragen (niemals Leggings!), Schmetterlinge - Blumen - und Co sind auch tabu. Ach ja und sie dürfen Rabauken, Unruhestifter, Raufbolde und Flegel sein.
Mädchen sollten lange Haare haben, nur rosa und Glitzaaaa tragen mit viel Blümchen und Schmetterlingen drauf. Sie müssen ruhig, besonnen, artig und liebreizend sein.


Man muss sich nur umschauen: überall Prinzessinen. Ich hab noch nie ein Land mit so vielen Thronanwärterinnen gesehen. Aber die Prinzen sind auf dem Vormarsch.
Kinder sind ja heute bei der Geburt eh alle Prinzessinen und Prinzen. Ronja Räubertochter und Bullerbü sind out. Genderfreeze ist angesagt. Mit anhand des Geschlechts festgelegten Rollenklischees festgefroren zu werden ist bestimmt der Traum eines jeden Babys. Willkommen kleine Prinzessinen, die niemals Fantaghirò sein dürfen (hmm, da bekomm ich doch glatt Durst).
Willkommen kleine Prinzen, die maximal Ritter, Piraten und Staplerfahrer Klaus sein dürfen.
Wenigstens in den Märchen dürft ihr noch das tapfere Schneiderlein sein.

Ein Hoch auf das Genderkäckerchen, welches in zig Jahren mal wieder Flaschendrehen spielt und die Rollenzuweisungen neu auslost. Auf ein neues Genderkäckerchen! Wenn der halbe Iro total weiblich und die Leggings total männlich ist!

So lange lass ich mein Kind ein Kind sein, welches selbst seine Vorlieben und Abneigungen aussuchen darf, welches selbst seine Stärken und Schwächen unter Beweis stellen darf, welches Gefühle zeigen darf, welches Kind sein darf!
Ach nein, eines dränge ich meinem Kind auf - Genderkäckerchen sind Mistikack! SO!

Dienstag, 26. Mai 2015

Kleiner Rückblick in Bildern

Ich hoffe, ihr hattet euer verlängertes Wochenende ordentlich genossen. Wir haben den Pfingstsonntag ordentlich genutzt und waren in einem kleinen Tierpark mit meiner Verwandtschaft. Nun aber zum eigentlich Thema:

Jetzt hatte ich mir doch fest vorgenommen, viel mehr zu bloggen und was ist? Schwuppdiwupp ist schon wieder ein ganzer Monat vertrichen, ohne dass sich hier etwas geregt hätte. So lang kam es mir gar nicht vor. Aber irgendwie komme ich einfach zu nichts. Ich bin schon froh, wenn die Wohnung halbwegs passabel aussieht. Denn dort verbringen wir momentan kaum noch Zeit. Das kommt zum einen natürlich daher, dass uns die Sonne immer öfter hinaus lockt und wir die Wärme aufsaugen wollen. Zum anderen aber auch wegen unserer "geliebten" Nachbarin, die uns immer mehr, öfter und lauter mit ihrer Musik beschallt. Ob Mittags oder Abends, das ist dieser Person Wurscht. Da man mit ihr auch kein vernünftiges Gespräch führen kann, sind wir nun schon auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Das erweist sich aber als nicht ganz so einfach, da ich ja immer noch Studentin bin und noch ein paar fehlende Credits einsammeln muss, eh ich endlich in das Berufsleben starten darf/muss. Diesbezüglich sind wir wohl inklusive Hund nicht gerade die Traummieter für einige Vermieter. Nun ja, wir werden sehen.

Nun möchte ich euch aber mit meinen Problemchen in den Ohren liegen, sondern stattdessen mit Bildern der letzten Monate "beglücken".
Quasi ein kleines Follow My Months. Die meisten Bilder wurden jedoch mit meinem Handy geknipst, sodass man jetzt keine fotografischen Ergüsse erwarten sollte. Ich gehöre nämlich zu den Menschen, die eh immer schon viel zu viel Krimskrams mit sich herumschleppt und eine große tolle Kamera da nur stören würde.
Natürlich habe ich auch während der letzten Monate fleißig Kinderkleidung und Spielzeug geshoppt. Wer mir bereits auf Instagram folgt, hat ja einen kleinen Einblick erhalten. Viele dieser Bilder, werden euch daher gleich bekannt vorkommen ;)

So, nun aber viel Spaß beim begutachten:

Der Februar war zwar die heiße Phase meiner Bachelorarbeit, das Wetter draußen war allerdings nicht so heiß.

 Das konnte uns jedoch nicht davon abhalten, die rare Zeit zusammen zu nutzen und die Natur zu erkunden. Lieblingsziel waren immer die Hühner unserer Nachbarn.

 Wann immer es zeitlich passte, habe ich das Würmchen eingesackt und bin weggefahren. Wenn man sonst nur zuhause hockt, muss man manchal einfach raus und vorallem weg.

Wirklich schneereich war dieser Winter ja leider nicht.
Dafür entdeckten wir mitten in der halbwegs weißen Winterlandschaft auf dem Feld im Nirgendwo 2 Schwäne, die sich sehr gut tarnen konnten.

 Pfützen gehen immer. Egal ob gefroren oder flüssig.

 Natürlich sind wir auch regelmäßig zu tollen Spielplätzen gefahren.

 Ganz schön anstrengend so ein Spielplatzbesuch.

Und mitten im Wald haben wir ein kleines "Toilettenhäuschen" entdeckt =D

Ist das nicht ein toller Dachbodenfund? Mein alter Puppenwagen. Pure (n)Ostalgie.

Würmchenpapa war auch ganz fleißig und hat selbst noch im Halbschlaf die höchsten Türme gebaut.

 Aber das Würmchen hat natürlich fleißg mitgeholfen.

Und der Pirat hat dann alles wieder eingerissen und ließ sich dafür auch noch das Bäuchlein kraulen.

 Mit dem Hund im Zelt faulenzen muss auch mal sein. Türmchen bauen ist aber auch anstrengend.


Eis geht immer! Auch im Winter!

Unterwegs wird mal eben das Puky-Gefährt repariert. Macht ja auch viel mehr Spaß als damit zu fahren.

Irgendwie hat die Bachelorarbeit den Belohnungsteil im Gehirn aktiviert, denn es gab nicht nur meine lang ersehnte Dawson's Creek Box,...

...sondern auch noch DVDs für das Würmchen,...

...Unmengen Bücher für mich... 

...und noch mehr Unmengen an Büchern =D
Ich kann es nicht erklären, aber das ganze Lesen in Fachbüchern hat mich extrem dazu animiert Belletristik zu lesen. Die meisten davon sind auch schon ausgelesen. Nur an Regalen mangelt es zur Zeit noch.

Das Wasserspiel am Dom hat es uns übrigens ganz besonders angetan.

Hai!

 Perspektive

 Miniatur

 Hilfe, wir haben ein Riesenbaby!

Der Winter zog vorbei, die Bachelorarbeit bereits abgegeben und Ostern kam schneller als gedacht. Es gab diesen superdupertollen aufklappbaren Stall von Schleich, den ich auf dem Blog der lieben Studentenmama entdeckt habe.

 Und da drin sind ja noch mehr Eier. Ja sowas!

Immer fein das Körbchen rumtragen und einsammeln.

Der Studentenalltag kehrte auch wieder mit jeder Menge Kaffee ein. Mir fehlen ja noch ein paar wenige Credits.

So etwas hängt an unserem schwarzen Brett =D

 Sandcheck.

Die Tafel von vorn bemalen kann ja jeder. Hinten anmalen ist voll rebellisch.

 Direkt neben unserem Spielplatz - sehr sozial unsere Stadt.

Die Klettertürme werden auch vom Papa inspiziert und für gut befunden.

Das Zwergenland. Dieses Klettergerüst wurde dafür von mir inspiziert und für sicher befunden - auch für sehr korpulente Mamas.

 Der Sandkasten bei Oma und Opa sieht schon ordentlich ramponiert aus.

"Necke putt." =( 

 Den Zoo haben wir auch besucht. Dort hatten wir dieses tolle Insektenhotel entdeckt. Sieht sehr einladend aus.

Zug gefahren sind wir auch sehr oft. Hin zur Oma aufs Land und wieder zurück in die große Stadt.

 Ja, immer schön die Fingernägel sauber halten.

Große Gießkannenliebe...

 ...und Pfützenliebe...

...und Holzeisenbahnliebe.

 Der Pirat will auch mal mit der Tuut-Tuut fahren.

Hmm, wird wohl nichts. Eingeschnubbelt.

 Die Oma freut sich über unsere Dekoration ihres Wohnzimmers.

Unser Fuhrpark.

 Manchmal gab es auch sehr interessante improvisierte Outfits für den Spielplatz.

 Unmengen an Sand haben wir auch gesammelt.

Und zu guter Letzt wird Omas Garten ordentlich gehalten.


So, das dürften über 60 Bilder gewesen sein. Eigentlich waren es noch viel, viel mehr. Allerdings wäre das dann wohl doch zu langatmig geworden.
Ich wünsche euch dann noch eine schöne Woche und hoffe, dass der nächste Post nicht wieder so lange auf sich warten lässt ;)